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Dr. Roberto Lalli

Zur Person

Roberto Lalli ist Historiker der modernen Naturwissenschaften, der sich in seiner Arbeit hauptsächlich mit den Querverbindungen zwischen sozialen und epistemischen Faktoren in der Produktion und Zirkulation neuartiger Produkte in der theoretischen Physik sowie in der internationalen Standardisierung wissenschaftlicher Verfahren im 20. Jahrhundert beschäftigt. Nach seinem Masterabschluss in Physik (2007) promovierte Roberto Lalli 2011 an der Universität Mailand in Internationaler Geschichte mit einer Dissertation über die kontroverse Rezeption der Relativitätstheorien in Frankreich und den USA. Von 2011 bis 2013 war er Postdoktorand im STS Programm des Massachusetts Institute of Technology unter der Leitung von David Kaiser. Seit 2013 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte. In seinen Veröffentlichungen hat sich Lalli ausführlich mit der Geschichte der Relativitätstheorien, dem Transfer der Quantentheorie zwischen Nationen und Institutionen sowie der Entwicklung der Editionspraxis in der Physik befasst. Derzeit arbeitet er neue Methodologien auf der Grundlage von Konzepten und Hilfsmitteln der Netzwerktheorie aus, die geeignet sind, die Entwicklung wissenschaftlichen Wissens in der Physik zusammen mit der Schaffung transnationaler wissenschaftlicher Gemeinschaften und der Herausbildung wissenschaftlicher Institutionen zu untersuchen.

Im Rahmen des Forschungsprogramms entwickelt Roberto Lalli, ausgehend von der Netzwerktheorie, Ansätze zur Erforschung der historischen Entwicklung der Fachgebiete Astrophysik und Astronomie in der Max-Planck-Gesellschaft von 1948 bis 2002. Er konzentriert sich dabei besonders auf die Veränderung der Zusammenarbeit und der Netzwerke zur Entscheidungsfindung bei der Gestaltung der Forschungsvorhaben der Max-Planck-Institute, in denen auf diesen Gebieten geforscht wurde.

Ausgewählte Publikationen

Lalli, Roberto: "‘Dirty Work’ But Someone Has To Do It: Howard P. Robertson and the Refereeing Practices of Physical Review in the 1930s." Notes and Records of the Royal Society 70 (2016), 151–174.

Blum, Alexander, Roberto Lalli und Jürgen Renn: "The Reinvention of General Relativity: A Historiographical Framework for Assessing One Hundred Years of Curved Space-Time." Isis (2015), 598–620.

Lalli, Roberto: "Anti-Relativity in Action: The Scientific Activity of Herbert E. Ives between 1937 and 1953." Historical Studies in the Natural Sciences 43 (2013), 41–104.

 

Renn, Jürgen, Dirk Wintergrün, Roberto Lalli, Manfred Laubichler and Matteo Valleriani: “Netzwerke als Wissensspeicher.” In: Jürgen Mittelstraß und Ulrich Rüdiger (Hg.): Die Zukunft der Wissensspeicher. Forschen, Sammeln und Vermitteln im 21. Jahrhundert. Konstanz: UVK Verlagsgesellschaft 2016, 35–79.

Lalli, Roberto: "The Renaissance of Physics: Karl K. Darrow (1891–1982) and the Dissemination of Quantum Theory at the Bell Telephone Laboratories." In: Raffaele Pisano (Hg.): A Bridge between Conceptual Frameworks: Sciences, Society and Technology Studies. Dordrecht: Springer 2015, 249–273.

Blum, Alexander S., Luisa Bonolis, Roberto Lalli and Jürgen Renn: “La relatività dopo la guerra.” Le Scienze. Edizione italiana di Scientific American 567 (2015), 48–53.

Wintergrün, Dirk, Jürgen Renn, Roberto Lalli, Manfred Laubichler and Matteo Valleriani: Netzwerke als Wissensspeicher. Berlin: Max Planck Institute for the History of Science 2015.

Lalli, Roberto: "A New Scientific Journal Takes the Scene: The Birth of Reviews of Modern Physics." Annalen der Physik 526 (2014), A83–87.

Lalli, Roberto: "The Reception of Miller’s Ether-Drift Experiments in the USA: The History of a Controversy in Relativity Revolution." Annals of Science 69 (2012), 153–214.

 

weitere Publikationen