Experiment zum „preferential looking“ am MPI für Hirnforschung 1986, das zur frühzeitigen Erkennung von Sehfehlern dient. Dabei wird beobachtet, wie Säuglinge auf unterschiedliche Reize reagieren.
Quelle: MPG-Spiegel 5/86

Verhaltens-, Neuro- und Kognitionswissenschaften

Die Bio- und Lebenswissenschaften gehören in der MPG zu den zentralen und institutsübergreifend angelegten Forschungsfeldern, an deren Beispiel das Forschungsprogramm die Ausdifferenzierung von Forschungsgebieten und Prozessen wissenschaftlicher Innovationen untersucht. Unter diesen Forschungsfeldern kommt den Verhaltens-, Neuro- und Kognitionswissenschaften (VNK) eine besondere Bedeutung zu. Sie werden teils den Biowissenschaften, teils der Medizin oder den Geisteswissenschaften zugerechnet. Gemeinsam ist ihnen zum einen, dass sie Kernthemen menschlicher Selbstverständigung umschreiben. Durch ihre thematische Überlappung und gemeinsamen gesellschaftlichen Bezüge bilden sie zum anderen eine Schnittfläche zwischen Naturwissenschaften, Medizin und Gesellschaftswissenschaften. Sie sind für das Forschungsprogramm auch hinsichtlich der vergangenheitspolitischen Dimension von Interesse, vor allem mit Blick auf die Problematik der personellen, institutionellen und epistemischen Kontinuitäten von Wissenschaftlern, die an Kaiser-Wilhelm-Instituten im Nationalsozialismus an Menschenversuchen und Krankenmorden direkt beteiligt waren oder in ihrer Forschung menschliche Organpräparate von NS-Opfern nutzten – letzteres teilweise auch noch nach 1945 an Max-Planck-Instituten.

Dr. Sascha Topp

Prof. Dr. Frank W. Stahnisch